Biografie
H e i n z F e r b e r t
10. 07.1954 in Großenhain (Sachsen) geboren
1973 - 1977 Studium an der Pädagogischen Hochschule
Dresden, Kunsterziehung/Deutsch
1977 - 1988 Fachlehrer und Fachberater für Kunsterziehung
seit 1985 intensive Beschäftigung mit Grafik, später mit Malerei
1988 - 1990 Erkrankung, Operation, Invalidisierung,
Hinwendung zur Malerei, Lehrer: Werner Schellenberg
seit 1991 Lehrer am Gymnasium Großenhain (Teilzeitbeschäftigung)
seit 1993 Lehrbeauftragter in der Lehrerausbildung an der
Sächsischen Bildungsagentur Dresden,
Lehramt an Gymnasien im Fach Kunst
seit 1996 Hinwendung zur chinesischen Kalligrafie
seit 2005 Beschäftigung mit Tiefdrucktechniken in der Werkstatt
von Dirk Pradel, Zittau (Reservage, Vernis mou, Aquatinta)
Zum jüngeren künstlerischen Schaffen
Heinz Ferbert ist vor allem Maler. In dieser Ausstellung zeigt er jedoch vorrangig grafische Arbeiten.
Die Kalligrafien gehören zu seinem jüngeren Schaffen.
Ein Besuch von Chinatown/New York 1996 begeisterte Heinz Ferbert nachhaltig; seit dieser Zeit
tauchen chinesische Schriftzeichen immer öfter in seinen Werken auf. Die dekorative sowie
grafische Wirkung dieser fremden Zeichen faszinierten ihn in besonderem Maße. Waren es in den
1990er Jahren Fetzen chinesischsprachiger Zeitungen, die er in seine Collagen integrierte, so
interessiert Heinz Ferbert jetzt mehr und mehr der Sinngehalt einzelner Schriftzeichen. Anfangs
half ihm ein chinesischer Freund, den besonderen Charakter dieser Schrift zu verstehen.
Heinz Ferbert arbeitet nicht wie die chinesischen Meister mit speziellen Pinseln, sondern häufig
mit einem Holzspatel und Tusche, was seinen Kalligrafien einen spröderen Charakter verleiht.
Die hier ausgestellten kalligrafischen Blätter sind fast sämtlich druckgrafische Arbeiten. Mit einer
kleinen Bohrmaschine graviert der Künstler die Schriftzeichen in Metallplatten ein und druckt sie
im Tiefdruckverfahren. Die farbigen Gründe - wie beispielsweise das Rot - sind dagegen im
Hochdruck entstanden. Für seine Signatur hat sich Heinz Ferbert einen Stempel aus Speckstein
gefertigt. Oft ergänzt er die Blätter zusätzlich mit vorgefertigten Originalstempeln, die jeweils
Wünsche bedeuten. Auch die Malereien signiert der Künstler inzwischen mit seinem chinesischen
Namenszug.
Die Hand- und Fußzeichnungen entwickelt Heinz Ferbert nach Skizzen vor der Natur. Mitunter
zeichnet er auch mit den Füßen, um über diese Verfremdung eine Art von Bildrhythmus zu finden,
wobei er sich beim Zeichnen um das gesamte Blatt herumbewegt.
Diese Arbeiten sind für ihn nicht nur in ihrer drucktechnischen Umsetzung mit den Kalligrafien
verwandt, sondern auch in deren Reduktion auf grafische Grundelemente wie Linie und Rhythmus.
Beim künstlerischen Arbeiten lässt sich Heinz Ferbert häufig von Musik anregen, deren Klänge
und Rhythmen ihn inspirieren.
Wie auch in den Malereien probiert dieser Künstler gern neue und mitunter ungewohnte Materialien
aus. Zufallseffekte und Spielerisches fließen in die Gestaltungen ein. Die Freude am Entdecken hält
den Künstler neugierig und wach für bildnerische Erfindungen.
Dresden, im März 2006 Dr. Maria-Ilona Schellenberg
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